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21.07.2016

Stecklingkreisel auf Instagram

Wer kennt es nicht: man hat eine Pflanze, die man hegt und pflegt und wird damit mit einem Ableger belohnt. Die ersten Male freut man sich riesig, zieht sie heran, topft sie ein und erfreut sich an ihnen, aber irgendwann fehlt einem aber schlichtweg der Platz für die kleinen Pflanzen.
In einem Anfall von Prokrastination habe ich vor ein paar Wochen den Stecklingkreisel bei Instagram ins Leben gerufen. Hier kann jeder seine übrig gebliebenen Stecklinge zu verschenken oder zum Tausch anbieten. Inzwischen haben sich schon etwas über 400 Pflanzenfreunde gefunden, das Getausche ist losgegangen und ich freue mich riesig über die große positive Resonanz!


Das Ganze geht so: Ihr habt einen Ableger, den ihr abgeben möchtet und schickt ein Bild von ihm und eine kurze Beschreibung an den Instagram-Account vom Stecklingkreisel. Ich veröffentliche dann das Bild mit dem Hinweis euch zu kontaktieren, wenn Interesse besteht. Alles weitere liegt dann bei euch. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen ausschließlich getauscht oder gegen Erstattung der Versandkosten verschenkt werden. Niemand soll sich hier bereichern :)

Weil es immer wieder Fragen zur Verpackung und zum Versand gibt habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengestellt - wer auch noch Ideen hat, kann sie gern in den Kommentaren ergänzen und ich füge sie hier ein!

1) Versand von kleinen Sukkulenten
Kleine Sukkulenten sind sehr empfindlich und brechen leicht. Daher ist es wichtig sie gut zu puffern - zum Beispiel mit etwas Watte. Zum Schutz stecke ich sie immer noch in eine kleine Pappschachtel (zum Beispiel eine Streichholzschachtel), damit sie nicht vom Gewicht anderer Briefe zerdrückt werden.
Bei der Post gab man mir letztens zusätzlich den Tipp den Beamten am Schalter direkt zu fragen, ob er den Brief schon stempeln könne, so erspart man der Sendung, dass sie noch einmal durch die Postwalze muss.


2) Versand von Grünpflanzenstecklingen
Hierbei kommt es natürlich auf der Art der Grünpflanze an. Meine Grünlilienstecklinge habe ich mit dem Wurzelballen in mit Wasser befeuchtete Küchenrolle gewickelt, und in einen Gefrierbeutel gesteckt (wichtig ist, dass der gut angeklebt wird, damit er nicht tropft). Außenrum habe ich anschließend noch eine Serviette gewickelt, die dem Ableger noch etwas Schutz bietet. Anschließend einfach in einen Briefunmschlag und ab dafür!

Versandkosten:
Wenn der Brief eine Dicke von 2cm nicht übersteigt, bekommt man ihn in der Regel für 1.45 Euro versendet. Wenn man es ganz platt hinbekommt sogar für 85 Cent.
Am besten ist es von Montag-Mittwoch zu versenden, da die Pflanze so nicht über das gesamte Wochenende auf der Post liegen muss und am wenigsten Schaden nimmt.


Ich persönlich finde es immer nett zu den Pflänzchen noch einen netten Brief zu legen, das macht den Tausch oder das Geschenk noch etwas persönlicher. In diesem Brief kann man zum Beispiel Infos dazu unterbringen, wie die Pflanze eingeflanzt werden sollte und wie der Standort beschaffen sein sollte - und natürlich liebe Grüße!



Bei mir sind gerade ein paar Ableger von einer Goetheplanze eingetroffen, die ich direkt mal einpflanzen werde :)
Bis bald!
09.07.2016

Komm mit mir nach Balkonien!

Als ich gerade mehr oder weniger zufällig auf meinen Balkon gestolpert bin, konnte ich es erst gar nicht glauben. Da war auf einmal Sonne, blauer Himmel und Wärme. Damit hatte ich nach den herbstlichen letzten Tagen so gar nicht gerechnet. Also schnell 'ne Zitrone geschnibbelt, Minze aus dem Balkonkasten gezupft, alles zusammen in eine Karaffe gefüllt und raus!Der Balkon war ja damals, der Hauptgrund, weswegen wir uns für diese Wohnung entschieden haben. Eigentlich war sie zwei Monate zu früh frei, aber ein vergleichsweise großer Balkon in Sonnenlage ist in Kiel nur schwer zu finden. Also bewarben wir uns und schwupps kam die Zusage. Ein Balkon stand bei mir (neben Dielenboden und Badewanne) ziemlich weit oben auf der Prioritätenliste. Ich finde es einfach unbezahlbar sich morgens kurz mit dem Kaffee raussetzen zu können und immer die Möglichkeit zu haben mal kurz frische Luft zu schnappen. 

Der Balkon geht nach Südwesten raus, sodass wir ab etwa elf Uhr morgens Sonne haben, die gegen 20 Uhr hinter einer Häuserwand verschwindet. Es kann also ziemlich heiß hier werden. Als kleinen Sonnen- und Sichtschutz haben wir uns daher für eine Matte aus Bambus entschieden, wenn's ganz heiß wird spendet ein einfacher Sonnenschirm noch etwas Schatten. Kräuter und Tomaten fühlen sich bei diesem Klima natürlich sehr, sehr wohl. Blumen hingegen schlappen recht schnell, weswegen wir uns für pflegeleichten Dachwurz entschieden haben.
Ich wollte, dass der Balkon im Sommer sowohl ein zweites Ess- als auch Wohnzimmer wird. Die Möbel für die Essecke hatte ich bereits in meiner alten Wohnung auf dem Balkon stehen und da sie immer noch gut waren, haben wir keinen Grund gesehen in etwas neues zu investieren. Der Preis war damals mit 25 Euro für das komplette Set unschlagbar günstig und die Qualität ist für Discounterware einmalig. Die Bank ist ein Erbstück und bietet praktischen Stauraum für Grill und Gartenwerkzeug.
Hier lässt es sich an heißen Tagen wunderbar im morgendlichen Schatten frühstücken und in der Abendsonne etwas schönes vom Grill verputzen.
Für gemütliche Stunden auf dem Balkon habe ich aus den Paletten meines alten Sofas eine gemütliche Sitzecke gebaut. Einfach zwei Paletten und eine Outdoormatratze [gibt's passend für Palettengröße in verschiedenen Designs zum Beispiel bei hier und kann das ganze Jahr über draußen bleiben]. Ein paar Kissen, Pflänzchen, eine schöne Zeitschrift zum in die Ferne schweifen und ein kleiner Beistelltisch [hier der Wire Basket von Fermliving] - fertig ist die gemütliche Ecke.  Den Sichtschutz aus Plastik habe ich mit einer einfachen Gardine verdeckt, die dem ganzen einen noch gemütlicheres Flair verleiht.
Die Kissen habe ich normalerweise auf dem Daybed im Arbeitszimmer, sodass man kein Problem mit dem Stauraum hat. Der Vorhang ist aus sehr dünnem Stoff, sodass er den gesamten Sommer über draußen bleiben kann. Die Outdoor-Matratze schlage ich für etwas mehr Gemütlichkeit immer in einem zweiten Vorhang ein.

So, und ich hole mir jetzt ein Eis :)


03.07.2016

Neues an der Wand [DIY] und im Regal + Shopvorstellung Supnifty

Nachdem gefühlt die gesamte Interior-Welt schon seit einigen Jahren eins hat, ist es nun auch bei mir eingezogen: Das liebe gute String-Regal. Ein neuer Ort für schöne Dinge in meinem Wohnzimmer.



Wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Lange hatte ich nach dem perfekten Modell für meinen Plan gesucht und als ich schon fast aufgegeben hatte, hat ein glücklicher Zufall dafür gesorgt, dass die zu meiner Plantbox von FermLiving passenden Leitern für ein Stringregal ihren Weg zu mir gefunden haben (vielen lieben Dank an dieser Stelle, liebe Svenja!). Fehlten nur noch die Böden, die ich schlussendlich dann selbst gebaut habe. Wie man das geschickt machen kann, erfahrt ihr am Ende dieses Artikels.

*dieser Post enthält Werbung*


Nun hängt das Regal endlich (und zum Glück fest) an der Altbauwand neben der Schiebetür und soll von nun an als Ausstellungsfläche für schöne Dinge dienen. Ein paar Erinnerungen, ein wenig Urban Jungle und ein paar Design-Lieblinge. Auf meinem Regal unter anderem zu sehen in Form von mexikanischen Figuren von meinem Freund, einem Oxalis Triangularis in einem wunderschönen Holmegaard Gewächshaus und dem kleinen Affen von Kay Bojesen.


Wer mir schon länger auf Instagram folgt weiß, dass mein Plan eigentlich war, letzteren irgendwann einmal aus einer verstaubten Flohmarktkiste zu ziehen und ihn von einem ahnungslosen Menschen zu einem viel zu günstigen Preis zu kaufen. Wer allerdings auch weiß, wie beliebt die guten Stücke zurzeit sind, weiß, dass dieser Plan mehr als utopisch ist. Hat also bisher nicht geklappt.


Wie kommt es nun also, dass hier trotzdem ein kleiner Holzaffe aus Dänemark an meinem Regal herumklettert? Ich habe ihn gefunden. Wir haben uns gefunden. Allerdings nicht morgens um sechs in einer dunklen, vermufften Flohmarktkiste, sondern, ebenso wie das Holmegaard Gewächshaus, in einem liebevoll gestalteten kleinen Webshop mit dem Namen Supnifty.


Supnifty ist ein kleiner aber feiner Onlineshop für schöne Dinge, den Steffi und ihr Freund Kay im letzten Jahr ins Leben gerufen haben. Die beiden bieten seitdem eine liebevolle Auswahl an Accessoires, Nützlichem und Designklassikern an und das Sortiment wächst ständig weiter. Meine absoluten Highlights im Shop sind die wunderschönen Figürchen von Kay Bojesen und die schönen Gaia Gewächshäuser von Holmegaard. Aber klickt euch am besten selbst mal durch. Es gibt einiges mehr zu entdecken. Wie es überhaupt dazu kam den Shop zu eröffnen hat Steffi mir in einem kleinen Interview verraten:

Liebe Steffi, schön, dass du dir kurz die Zeit nimmst, stell dich gern einmal kurz vor!

Liebe Johanna, herzlichen Dank, dass ich mich hier auf deinem Mint und Meer Blog vorstellen darf. Ich bin Steffi, in Hamburg geboren und aufgewachsen, Interiorloverin, Wohnverrückte, Flohmarktenthusiastin und Wohnblogliebhaberin. Seitdem ich mich erinnern kann, rücke ich regelmäßig Möbel hin und her, dekoriere immer wieder alles neu, arbeite alte Möbel auf und streiche die Wände neu an. Ein Umzug in eine neue Wohnung war stets aufregend und mit neuen Ideen und Möglichkeiten verbunden. Wahrscheinlich ist dies auch einer der Gründe, warum ich schon so oft umgezogen bin.

Wie seid ihr denn darauf gekommen, einen Onlineshop zu gründen?

Mein Freund Kay und ich hatten uns schon länger überlegt, ein gemeinsames Herzensprojekt auf die Beine zu stellen, etwas was uns begeistert und in das wir unsere Energie stecken wollten.

In einem (leider sehr verregneten) Dänemarkurlaub im letzten Jahr, hat sich dann alles irgendwie konkretisiert und auf einmal steckten wir dann schon plötzlich Mitten drin. Planungen und Ideen wurden nach und nach Wirklichkeit und im Oktober letzten Jahres sind wir dann mit unserem Onlineshop gestartet.

Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Artikel aus?

Unser Schwerpunkt liegt im skandinavischen Bereich, wir lieben die Leichtigkeit und das klare, geradlinige Design unser nordischen Nachbarn. Auf jeden Fall müssen wir beide vom einem Produkt überzeugt sein, das seinen Weg in unseren Shop findet. Das war z.B. bei den Holmegaard Gewächshäusern mit den wunderschönen organischen Formen der Fall, sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Hin und wieder muss aber auch schon einmal kräftig Überzeugungsarbeit beim jeweils anderen geleistet werden. Auch sind wir immer auf der Suche nach neuen, regionale Perlen, hierfür halten wir z.B. Ausschau nach außergewöhnlichen und neuen Manufakturen und besuchen gern individuelle Messen oder Märkte .

Kreativität und ganz viel Herzblut, die perfekte Mischung! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!


... und so bekommt der Affe seine Regalböden:

Da ich zunächst nur die Leitern zu meinem Regal bekommen habe, musste ich mir eine Lösung für die Böden selbst aus den Fingern saugen. Konventionelle Böden fielen leider raus, da die Leitern nicht original von String-Furniture sind. Passend zu Couchtisch und TV-Bank, die ich ja schon mit Oberflächen aus geöltem Kiefernholz versehen hatte, entschied ich mich dazu auch hier dazu etwas selbst zu bauen.

Im Grunde geht das ganz einfach. Ihr braucht:

- passend zugeschnittene Holzbretter
- einen Schleifklotz oder Schwingschleifer
- Schleifpapier in verschiedenen Stärken
- einen netten Menschen, der fräsen kann
- Walnussöl (oder anderes aushärtendes Öl) 

Ich habe mich bei meinem Regal für ein Leimholz aus Kiefer entschieden, weil man damit vielseitig arbeiten kann und es gut zu meiner Einrichtung passt. Die Bretter kann man sich in den meisten Baumärkten problemlos auf die gewünschten Maße zuschneiden lassen. Hierbei sollte man bedenken, dass man die Bretter etwas länger zuschneiden lässt, als man das Regal am Ende breit haben will, da sie am Ende ein wenig über die Leitern hinwegstehen müssen.

Die Hölzer einfach abschleifen, sodass die Oberfläche glatt wird. Zwischen den einzelnen Schleifgängen das Holz jeweils mit einem feuchten Lappen abwischen und kurz antrocknen lassen - hierdruch stellen sich kleine Fasern auf, die beim nächsten Schleifen abgeschliffen werden können. So erhaltet ihr ein besseres Endergebnis.


Anschließend müsst ihr jemanden finden, der eine Fräse zur Verfügung hat und euch jeweils zwei Rillen pro Brett einfräsen kann, damit die Bretter in den Leitern halten. Natürlich könnte man die Bretter auch einfach aufliegen lassen, das amcht die Konstruktion allerdings etwas wackeliger. Die Fräsung sollte circa einen Zentimeter vom Rand der Bretter angesetzt werden und einen Durchmesser haben, der etwas breiter ist, als die Leitern dick sind.


Jetzt müssen die Bretter nur noch eingeöt werden und dann kann das Regal auch schon an die Wand! Zum ölen benutze ich gern Walnussöl, da es die natürliche Farbe des Holzes nicht allzu sehr verfälscht, ihm aber trotzdem eine angenehm warme Note verleiht. Man kann allerdings auch andere aushärtende Öle, wie zum Beispiel Leinöl, benutzen. Bei Altbauten solltet ihr darauf achten euch vor dem Bohren die geeigneten Dübel für eure Wand zu holen und vorher mit einem Phasenprüfer testen, ob auch keine Elektroleitungen dort verlaufen, vor ihr bohren wollt.


Ich hoffe das Ergebnis gefällt euch so sehr wie mir. Ich bin schon gespannt, was sich in Zukunft noch alles in diesem schönen Regal präsentieren wird. :)

Vielen Dank an Steffi von Supnifty an dieser Stelle für die schöne Kooperation.





19.06.2016

Ein Holzhütte mitten im Tierpark - Kurzurlaub in der Arche Warder

Eben bin ich noch in meinem Schlafsack in einer einfachen Holzhütte zu Pfauenschreien und wiehernden Pferden aufgewacht, jetzt sitze ich schon wieder mit einem Kaffee auf dem Sofa und schwelge in Erinnerungen an ein wunderschönes Wochenende im Tierpark Arche Warder. Tierpark? Wochenende? Holzhütte? Oooooh ja. Aber erstmal ganz von vorne:


Alles begann in diesem Frühjahr mit einem Besuch in der Arche Warder. Mein Freund und ich hatten zum Einzug in unsere Wohnung ein Gutscheinbuch bekommen und wollten einmal freien Eintritt in der Arche einlösen. Ich hatte dort schon in als Teenager, kurz nach der Wieder-Eröffnung im Jahr 2003, ein Praktikum gemacht. Mein Freund kannte nur das alte Gelände aus den 90ern.


Dort angekommen waren wir von dem Park und seinen Tieren total begeistert und lasen uns abends auf der Website noch ein paar Hintergrundgeschichten über die Tiere und die Anlage durch. Dabei stießen wir auf die Möglichkeit in der Arche zu übernachten und malten uns ein schönes Wochenende im Tierpark aus. Aber dann wurde es irgendwie sehr still um den Plan und ich beschloss die Gelegenheit am Schopfe zu packen und meinem Freund eine Übernachtung sowie eine Patenschaft für eine der Nutztierrassen zu schenken. Total begeistert von meiner Idee überreichte ich ihm an seinem Geburtstag die Patenschaftsurkunde für die Turopolje Schweine und einen Picknickkorb. Er begann zu lachen und gestand mir, dass er auch schon für meinen Geburtstag vorgesorgt und zwei Nächte im Park reserviert hatte. Zum Glück hatte ich noch nicht gebucht.


Dieses Wochenende, direkt nach meinem Geburtstag, ging es dann los. Von Freitagabend bis Sonntagmorgen sollte eine von fünf Holzhütten, die man im Tierpark Arche Warder mieten kann, unser Zuhause sein. Wir stiegen vollgepackt mit Schlafsack & Verpflegung ins Auto und machten uns auf den Weg. 
Der Tierpark liegt etwa 20 Minuten von Kiel entfernt auf dem Land und hat sich der Erhaltung von bedrohten Nutztierrassen verschrieben. Anstatt in einem 'normalen' Tierpark erwarten einen hier also weder Elefanten noch Nashörner, sondern viel mehr Orpingtonenten, Pommerngänse, schwedische Linderöd Schweine, Poitou-Esel und Co. Im Prinzip also ein riesiger Bauernhof für Nutztiere, die aus verschiedensten Gründen vom Aussterben bedroht sind - allesamt artgerecht gehalten und an jedem Gehege finden sich Informationen zur Geschichte der Rasse. 


Was mich an der Arche so begeistert, ist, dass man den Tieren sogar im Streichelzoo relativ egal ist, weil das Füttern der meisten Tiere verboten ist und die Tiere, die man füttern darf, sich irgendwie kaum für die Pellets aus der Futtertüte interessieren. Nur ab und an kommt mal ein Tier an den Zaun und lässt sich durchkraulen (abgesehen von den Ferkeln im Streichelgehege, die wollen immer schmusen). Die Gelassenheit der Tiere und die wunderschöne Naturlandschaft, in die der Park eingebettet ist, sorgen für eine wunderbar entspannte und entschleunigte Atmosphäre. 
Zwar sind am Wochenende viele Familien mit Kindern dort, doch durch die weitläufig angelegten Wege verläuft sich alles und es wirkt abgesehen vom Kinderspielplatz, auf dem gespielt und gegrillt wird, fast menschenleer. 


Noch menschenleerer wird es dann gegen Abend, wenn die Familien langsam nach Hause fahren und auch die anderen Spaziergänger sich in Richtung Ausgang bewegen. Irgendwann ist man dann, wenn man Glück hat, ganz alleine mit den Tieren im Park. Bei langsam untergehender Sonne kann man dann nochmal den Grill anwerfen und anschließend ganz in Ruhe über das Gelände spazieren. Dann hat man den Streichelzoo für sich alleine und hört fast nichts außer schnarchende Schweine und gackernde Enten. 


 Zum Schlafen zieht man sich dann zu späterer Stunde und nach einem Gläschen Wein zum Sonnenuntergang in seine kleine gemütliche Holzhütte zurück. Diese ist ausgestattet mit mehreren Matratzen und Laken, einer Steckdose und einer Lampe (sozusagen Interior-Detox für mich ;) ). Die Hütten wurden übrigens vor etwa zehn Jahren von Greenpeace im Park aufgebaut und bieten insgesamt 20 Personen Platz zum übernachten.  


Aufgeweckt wird man morgens von den Rufen der Pfaue und Hähne und von muhenden Kühen.  Wenn man die Tür zur Hütte öffnet gucken einen erstmal unzählige verdutzte Kaninchen an, die wild im Park leben. Fußläufig zu den Hütten kann man sich dann in einer kleinen, aber mit allem Notwendigen ausgestatteten Küche, aus selbst mitgebrachten Leckereien ein Frühstück zusammenstellen und verputzen, während einem ein paar Hühner versuchen etwas abzuluchsen.
Zu den Duschen und Toiletten muss man allerdings einen kleinen Fußmarsch von bummelig 2-3 Minuten (je nachdem wie lange man sich bei den Ferkeln festkuschelt) einplanen. 

Gegen zehn Uhr morgens kommen dann die ersten Gäste in den Park. Dann füllen sich der Grill- und Kinderspielplatz, die direkt vor den Hütten liegen, langsam mit Gästen und man kann den Tag nutzen, um den Park noch einmal genauer zu erkunden und oder aber einen Ausflug in die nähere Umgebung zu machen (fußläufig zum Park befindet sich beispielsweise der Brahmsee mit einer Badestelle zur Abkühlung an heißen Tagen). Ein absolutes Highlight ist auf jeden Fall die Fütterung der Turopolje-Schweine, die ihrem Spitznamen "Schwimmschwein" bei der Fütterung alle Ehre machen. Auch das Schweineland und der Schafsweg sind eine Runde wert. Gegen Abend wird es dann immer ruhiger im Park. Die Kindergeburtstage lösen sich auf und es kehrt wieder Ruhe ein, bis man den Park wieder fast für sich allein hat.


 Am Abreisetag verlässt man seine Hütte dann gegen 10.30 und hat, nachdem alles im Auto verstaut ist, noch einmal Zeit um allen Tieren Tschüss zu sagen und zum Beispiel die kleinen Schweinchen noch einmal hinter den Ohren zu kraulen. Danach hat man noch den halben Sonntag auf der heimischen Couch für sich und kann das Wochenende entspannt ausklingen lassen. Ich muss sagen, ich bin gerade wirklich tiefenentspannt und ein bisschen erstaunt, dass ich nach einem ganzen Wochenende in der Natur nicht einen Mückenstich abbekommen habe :-)


 Liebe Arche: wir kommen auf jeden Fall bald mal wieder für eine Auszeit vom Alltag vorbei. Schön war's!

Alle Informationen zu Anreise & Übernachtungen finden sich auf www.arche-warder.de 

Dieser Post basiert auf einem privaten Ausflug und nicht auf einer kommerziellen Kooperation.
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02.06.2016

"Ich bin ja sooo neidisch!"

Hallo Hallo,

Ich bekomme bei Instagram in letzter Zeit (hauptsächlich seit dem Umzug) immer wieder Kommentare, in denen es um Neid geht. Neid auf meine Schiebetür, Neid auf meinen Balkon, meinen Dielenboden, den Stuck, die Wohnung im Allgemeinen und einige andere Dinge im Speziellen. Ich persönlich finde, dass der Neid die wirklich unschönste Emotion von allen ist. Der Duden definiert das ganze als

"Empfindung, Haltung, bei der jemand einem andern dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte"

Ist das nicht eine ganz grauenhafte Einstellung?