Über Verantwortung.

Ich habe vor ein paar Wochen eine Mail bekommen, in der ich im Namen des Landesbeauftragten für politische Bildung zu einem Instawalk im Landtag eingeladen wurde, inklusive einer Diskussionsrunde mit Abgeordneten der im Landtag von Schleswig-Holstein vertretenen Parteien und anschließender Abendveranstaltung zum Thema Fake News und Wahlkampf 4.0.

Ohne zögern habe ich zugesagt. Warum? Weil ich es wichtig finde, dass man als "Influencer" (grausames Wort, im Übrigen) seine Reichweite ausnutzt, um auf das wichtige Thema Wahl aufmerksam zu machen. Meiner Meinung nach hat man nämlich ab einer gewissen Reichweite (ob man da jetzt bei 50 Followern oder von 50.000 spricht ist im Prinzip Wurscht) auch eine Verantwortung. Je größer die Reichweite, desto größer die Verantwortung.


Das fängt damit an, dass ich Werbung kennzeichne, wo Werbung stattfindet und das ich euch in solcher Werbung keinen Scheiß andrehe, für den ich meine Seele verkaufe und das endet bei sowas wie einer gesellschaftlichen Verantwortung darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist wählen zu gehen. (Die Verantwortung hat im Übrigen jeder. Jeder sollte sich in seinem Umfeld dafür stark machen, dass die Leute wählen gehen, davon mal ganz abgesehen.)

Ich habe also Plätze an meine Abonnenten ("Follower" ist übrigens auch so ein grausames Wort) vergeben, die mitkommen wollten und wir (namentlich Friederike, Dana, Jan Niklas und David - schön, dass ihr dabei gewesen seid!) trafen uns zusammen mit den Bloggern Fashionwhisperer und Moderamia für unseren Instawalk im Landtag.


Nach einer Führung durch den Landtag setzten wir uns mit den einzelnen Abgeordneten von CDU (Tobias Loose), SPD (Stefan Weber), den Grünen (Rasmus Andresen) und FDP (Dennys Bornhöft) zu einer kleinen Talkrunde zusammen (die AfD hatte keine Zeit) und sprachen über Nachhaltigkeit, Kinderbetreuung, Digitalisierung und darüber, was man gegen die aktuelle Politikverdrossenheit so alles tun könnte. Und das war ein Thema, bei dem ich das Gefühl hatte, dass die Politiker ähnlich ratlos waren, wie ich.


Es ist ja nicht so, dass der Kreis der Nichtwähler eine Masse wäre, die einheitlich ist. Da sind junge Menschen, denen es einfach egal ist, weil sie nichtmal wissen, wer Martin Schulz ist. Da sind junge Menschen, die nur Angela Merkel kennen und der Meinung sind, dass es niemals jemand anderen als Kanzler*in gegeben hat und geben wird. Da sind aufgeklärte Menschen, die von den etablierten Parteien enttäuscht wurden und und und - da gibt es unzählige Facetten. Und damit nicht DIE eine Lösung - das macht es nicht einfacher.

Wir haben hier in Deutschland keine Wahlpflicht. Es ist also rein rechtlich erlaubt, dass man nicht wählen geht.

ABER ich bin aber der Meinung, dass jeder Mensch, der nicht wählen geht, sein Recht verspielt sich über Dinge, die sich in seiner Umwelt abspielen, zu beschweren. So ziemlich alles, was um uns herum passiert - seien es Ladenöffnungszeiten, die Taktung der Busse, etc. - ist politisch reguliert und wir haben hier in Deutschland das Privileg uns an der Zusammensetzung unserer Volksvertreter zu beteiligen, die dann im Namen des Volkes entscheiden, wie der Laden hier läuft. Und natürlich wird nicht immer das entschieden, was der einzelne will.

Das ist aber auch im Alltag nicht anders. Wenn ich mit 10 Freuden zusammensitze und wir entscheiden wollen, in welches Restaurant wir gehen und nur ich und zwei andere Leute wollen Sushi essen, aber 5 wollen Pizza und nochmal 2 gern Burger essen, dann geht es eben ab zum Italiener. Natürlich kann ich dann bockig aufstehen, weggehen und sagen, dass ich nie wieder mit meinen Freunden essen gehe, aber ich kann auch darüber diskutieren oder mich eben einfach der Mehrheit beugen und zum Italiener gehen.

Die Aussage "Was soll meine Stimme denn schon verändern" ist im Übrigens auch völliger Quatsch. Ich glaube niemand ist in diesem Wahlkampf an dieser simplen Rechnung vorbeigekommen:

100 Wahlberechtigte: 75 gehen zur Wahl, von denen 3 die AfD wählen = 4,0 % für die AfD
100 Wahlberechtigte: 50 gehen zur Wahl, von denen 3 die AfD wählen = 6,0% für die AfD

Irgendwie logisch, oder?

Und Apropos, AfD. Die finde ich noch schlimmer als die Menschen, die sich ihrer Verantwortung nicht bewusst sind und nicht wählen gehen. Ich kann es nicht verstehen, wie man sich von dieser Partei verleiten lassen kann. Einer Partei, die Rassismus in Deutschland wieder salonfähig gemacht hat, und die mit verdrehten Fakten und Lügen um Wählerstimmen buhlt. In deren Reihen Menschen sitzen, die sowas von rechts sind. Die mit Behauptungen Wut und Angst bei den Menschen schürt, um mit deren Emotionen, Likes, Shares, etc. Stimmung zu machen. Und wer sagt, dass er diese Partei aus Protest wählt, der mag vielleicht selbst kein Nazi sein, aber er sorgt dafür, dass genau solche Leute, mit solchen Ansichten im Deutschen Bundestag sitzen werden.

Zu dem Thema verdrehte Fakten empfehle ich übrigens die Aufzeichnung der Veranstaltung #hateandfake von gestern Abend, bei der Martin Fuchs und Ingrid Brodnig tolle Dinge gesagt haben:



Ich könnte mich jetzt noch ziemlich lange, über die AfD aufregen. Aber ich merke schon, wie mein Magen sich verkrampft und mein Nacken sich verspannt, also belasse ich es hierbei. Ich denke, dass meine Position klar geworden ist. Cartoonist und Autor Ralph Ruthe hat es zudem alles viel besser formuliert, als ich es je könnte:


Liebe Leute, danke für's lesen. Geht wählen, macht euer Kreuzchen und bestimmt mit, wohin es in Zukunft gehen soll. 

Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Landesbeauftragten für politische Bildung Dr. Christian Meyer-Heidemann und seinen Referenten Michael Holdorf für die Einladung, an den Landtag Schleswig-Holstein für die Gastfreundschaft, an die Politiker für die nette Gesprächsrunde und an Martin Fuchs und Ingrid Brodnig für den interessanten Vortrag. Ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt oder ähnliches und gebe hier nur meine private Meinung zum Besten. 



Herbststurm an der Ostsee


Letzte Woche war ich mal wieder für ein paar Tage in Ahrenshoop und auch wenn ich jetzt schon zum vierten Mal dort war, werd' ich diesem Fleckchen Erde nicht überdrüssig. Im letzen Jahr waren es konstant über 20 Grad, ich lag am Strand und kam braungebrannt zurück nach Kiel. Und dieses Jahr? Hebst pur, inklusive dem ersten Herbststurm mit dem Namen Sebastian, der 2/3 des Aufenthalts mein Haarstyling übernommen hat.

Mintundmeer im Münsterland



Letzte Woche war ich im Münsterland unterwegs, und ich durfte euch nicht sagen, was ich der gemacht habe. (Was mir übrigens nicht leicht gefallen ist, weil es so viel spannendes zu sehen gab!) Grund dafür: nigelnagelneue Produkte von "now! by hülsta", mit denen ich arbeiten durfte. Denn Hülsta hat jeden Herbst eine riiiiesige Hausmesse mit Gästen aus der ganzen Welt, die am Firmenstandort Stadtlohn im schönen Münsterland stattfindet. Und dort steht am Eingang ein sogenannter "Cube" - das ist ein begehbares Zimmer, dass immer in den neusten Produkten von Hülsta eingerichtet wird, in diesem Jahr mit den Produkten aus der "now! Match"-Kollektion. [Ich wurde für diese Kooperation zu Hülsta eingeladen - dieser Text ist mitunter werblich]