#weekendgetaway Ein Holzhütte mitten im Tierpark - Kurzurlaub in der Arche Warder

Eben bin ich noch in meinem Schlafsack in einer einfachen Holzhütte zu Pfauenschreien und wiehernden Pferden aufgewacht, jetzt sitze ich schon wieder mit einem Kaffee auf dem Sofa und schwelge in Erinnerungen an ein wunderschönes Wochenende im Tierpark Arche Warder. Tierpark? Wochenende? Holzhütte? Oooooh ja. Aber erstmal ganz von vorne:


Alles begann in diesem Frühjahr mit einem Besuch in der Arche Warder. Mein Freund und ich hatten zum Einzug in unsere Wohnung ein Gutscheinbuch bekommen und wollten einmal freien Eintritt in der Arche einlösen. Ich hatte dort schon in als Teenager, kurz nach der Wieder-Eröffnung im Jahr 2003, ein Praktikum gemacht. Mein Freund kannte nur das alte Gelände aus den 90ern.


Dort angekommen waren wir von dem Park und seinen Tieren total begeistert und lasen uns abends auf der Website noch ein paar Hintergrundgeschichten über die Tiere und die Anlage durch. Dabei stießen wir auf die Möglichkeit in der Arche zu übernachten und malten uns ein schönes Wochenende im Tierpark aus. Aber dann wurde es irgendwie sehr still um den Plan und ich beschloss die Gelegenheit am Schopfe zu packen und meinem Freund eine Übernachtung sowie eine Patenschaft für eine der Nutztierrassen zu schenken. Total begeistert von meiner Idee überreichte ich ihm an seinem Geburtstag die Patenschaftsurkunde für die Turopolje Schweine und einen Picknickkorb. Er begann zu lachen und gestand mir, dass er auch schon für meinen Geburtstag vorgesorgt und zwei Nächte im Park reserviert hatte. Zum Glück hatte ich noch nicht gebucht.


Dieses Wochenende, direkt nach meinem Geburtstag, ging es dann los. Von Freitagabend bis Sonntagmorgen sollte eine von fünf Holzhütten, die man im Tierpark Arche Warder mieten kann, unser Zuhause sein. Wir stiegen vollgepackt mit Schlafsack & Verpflegung ins Auto und machten uns auf den Weg. 
Der Tierpark liegt etwa 20 Minuten von Kiel entfernt auf dem Land und hat sich der Erhaltung von bedrohten Nutztierrassen verschrieben. Anstatt in einem 'normalen' Tierpark erwarten einen hier also weder Elefanten noch Nashörner, sondern viel mehr Orpingtonenten, Pommerngänse, schwedische Linderöd Schweine, Poitou-Esel und Co. Im Prinzip also ein riesiger Bauernhof für Nutztiere, die aus verschiedensten Gründen vom Aussterben bedroht sind - allesamt artgerecht gehalten und an jedem Gehege finden sich Informationen zur Geschichte der Rasse. 


Was mich an der Arche so begeistert, ist, dass man den Tieren sogar im Streichelzoo relativ egal ist, weil das Füttern der meisten Tiere verboten ist und die Tiere, die man füttern darf, sich irgendwie kaum für die Pellets aus der Futtertüte interessieren. Nur ab und an kommt mal ein Tier an den Zaun und lässt sich durchkraulen (abgesehen von den Ferkeln im Streichelgehege, die wollen immer schmusen). Die Gelassenheit der Tiere und die wunderschöne Naturlandschaft, in die der Park eingebettet ist, sorgen für eine wunderbar entspannte und entschleunigte Atmosphäre. 
Zwar sind am Wochenende viele Familien mit Kindern dort, doch durch die weitläufig angelegten Wege verläuft sich alles und es wirkt abgesehen vom Kinderspielplatz, auf dem gespielt und gegrillt wird, fast menschenleer. 


Noch menschenleerer wird es dann gegen Abend, wenn die Familien langsam nach Hause fahren und auch die anderen Spaziergänger sich in Richtung Ausgang bewegen. Irgendwann ist man dann, wenn man Glück hat, ganz alleine mit den Tieren im Park. Bei langsam untergehender Sonne kann man dann nochmal den Grill anwerfen und anschließend ganz in Ruhe über das Gelände spazieren. Dann hat man den Streichelzoo für sich alleine und hört fast nichts außer schnarchende Schweine und gackernde Enten. 


 Zum Schlafen zieht man sich dann zu späterer Stunde und nach einem Gläschen Wein zum Sonnenuntergang in seine kleine gemütliche Holzhütte zurück. Diese ist ausgestattet mit mehreren Matratzen und Laken, einer Steckdose und einer Lampe (sozusagen Interior-Detox für mich ;) ). Die Hütten wurden übrigens vor etwa zehn Jahren von Greenpeace im Park aufgebaut und bieten insgesamt 20 Personen Platz zum übernachten.  


Aufgeweckt wird man morgens von den Rufen der Pfaue und Hähne und von muhenden Kühen.  Wenn man die Tür zur Hütte öffnet gucken einen erstmal unzählige verdutzte Kaninchen an, die wild im Park leben. Fußläufig zu den Hütten kann man sich dann in einer kleinen, aber mit allem Notwendigen ausgestatteten Küche, aus selbst mitgebrachten Leckereien ein Frühstück zusammenstellen und verputzen, während einem ein paar Hühner versuchen etwas abzuluchsen.
Zu den Duschen und Toiletten muss man allerdings einen kleinen Fußmarsch von bummelig 2-3 Minuten (je nachdem wie lange man sich bei den Ferkeln festkuschelt) einplanen. 

Gegen zehn Uhr morgens kommen dann die ersten Gäste in den Park. Dann füllen sich der Grill- und Kinderspielplatz, die direkt vor den Hütten liegen, langsam mit Gästen und man kann den Tag nutzen, um den Park noch einmal genauer zu erkunden und oder aber einen Ausflug in die nähere Umgebung zu machen (fußläufig zum Park befindet sich beispielsweise der Brahmsee mit einer Badestelle zur Abkühlung an heißen Tagen). Ein absolutes Highlight ist auf jeden Fall die Fütterung der Turopolje-Schweine, die ihrem Spitznamen "Schwimmschwein" bei der Fütterung alle Ehre machen. Auch das Schweineland und der Schafsweg sind eine Runde wert. Gegen Abend wird es dann immer ruhiger im Park. Die Kindergeburtstage lösen sich auf und es kehrt wieder Ruhe ein, bis man den Park wieder fast für sich allein hat.


 Am Abreisetag verlässt man seine Hütte dann gegen 10.30 und hat, nachdem alles im Auto verstaut ist, noch einmal Zeit um allen Tieren Tschüss zu sagen und zum Beispiel die kleinen Schweinchen noch einmal hinter den Ohren zu kraulen. Danach hat man noch den halben Sonntag auf der heimischen Couch für sich und kann das Wochenende entspannt ausklingen lassen. Ich muss sagen, ich bin gerade wirklich tiefenentspannt und ein bisschen erstaunt, dass ich nach einem ganzen Wochenende in der Natur nicht einen Mückenstich abbekommen habe :-)


 Liebe Arche: wir kommen auf jeden Fall bald mal wieder für eine Auszeit vom Alltag vorbei. Schön war's!

Alle Informationen zu Anreise & Übernachtungen finden sich auf www.arche-warder.de 

Dieser Post basiert auf einem privaten Ausflug und nicht auf einer kommerziellen Kooperation.
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"Ich bin ja sooo neidisch!"

Hallo Hallo,

Ich bekomme bei Instagram in letzter Zeit (hauptsächlich seit dem Umzug) immer wieder Kommentare, in denen es um Neid geht. Neid auf meine Schiebetür, Neid auf meinen Balkon, meinen Dielenboden, den Stuck, die Wohnung im Allgemeinen und einige andere Dinge im Speziellen. Ich persönlich finde, dass der Neid die wirklich unschönste Emotion von allen ist. Der Duden definiert das ganze als

"Empfindung, Haltung, bei der jemand einem andern dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte"

Ist das nicht eine ganz grauenhafte Einstellung?