Travelguide La Gomera

Eins sei vorweg gesagt: Für Menschen mit Höhenangst und unsichere Autofahrer ist diese Insel nichts. Allen anderen kann ich diesen 370 Quadratmeter großen Fels im Atlantik wärmstens empfehlen! Alle Infos zu meinem Trip auf die Kanareninsel gibt's hier jetzt gebündelt in einem kleinen La Gomera Travelguide!


Warum sollte man da hin reisen?
La Gomera ist der wohl abwechslungsreichste Ort, an dem ich jemals war. Schwarze Strände, sommerliche Temperaturen, schroffe Klippen, Bergdörfer, Bananenplantagen, endlos kurvige Straßen und - mein persönliches Highlight - ein riesiger Lorbeerwald im Landesinneren, der sich auch mal eben in einen mystischen Nebelwald verwandeln kann. Oh, und Wale vor der Küste.
Kein Wunder, dass ich Hippies und Aussteiger auf der Kanareninsel ganz besonders wohlfühlen.

Wie lange sollte man dort bleiben?
Wir waren insgesamt 10 Tage auf der Insel und hatten den perfekten Mix aus Entspannung und Aktivurlaub. Natürlich reichen auch 10 Tage nicht, um die komplette Insel zu sehen, aber ich habe das Gefühl in dieser Zeit ein gutes Bild von der Insel bekommen zu haben - und ich habe trotzdem drei Bücher am Pool verschlungen.
Wie kommt man dort hin?
Es dauert laaaange! Von Hamburg aus fliegt man mit Condor etwa fünf Stunden bis nach Teneriffa Süd. Von dort aus legt man die etwa 17 Kilometer zum Hafen Los Cristianos am besten mit dem Taxi zurück - das dauert etwa 15 Minuten und kostet um die 25 Euro. Busse fahren - zumindest nach meinen Recherchen - nicht direkt bis zum Hafen.
Von Los Cristianos hat man die Wahl zwischen zwei Fähren, die einen nach La Gomera bringen können: die Express Fähre von Fred Olsen und die etwas langsamere Naivera Armas. Da es besser mit dem Zeitplan passte, haben wir uns für die Armas entschieden und diese im Voraus online gebucht. Preislich tun sich beide Angebote nicht viel (pro Fahrt und Person um die 30 Euro), von daher sollte man einfach buchen, was für einen selbst am besten passt.
Auf beiden Fähren gibt es einen Service, der einem schweres Gepäck für die Fahrt abnimmt, sodass man sich an Deck frei bewegen kann. Mit der Armas Fähre dauert die Fahrt etwa 70 Minuten, bis man den Hafen von San Sebastian auf La Gomera erreicht.
Direkt am Hafen befinden sich mehrere Anbieter von Mietwagen. Man kann La Gomera auch mit dem Bus erkunden, gerade bei etwas abgelegenen Unterkünften und für mehr Flexibilität empfiehlt sich jedoch ein Mietwagen. Wir haben unseren Wagen - einen kleinen Opel Corsa - über den Anbieter Cicar gebucht und nach der Ankunft direkt abgeholt. Der kleine Wagen war für die Insel perfekt und wir waren sehr zufrieden mit dem Anbieter.
Autofahren an sich ist eine sehr spannende Angelegenheit auf La Gomera. Die Straßen gehen nur selten mehr als 100 Meter geradeaus - die meiste Zeit fährt man Serpentine um Serpentine bergauf und bergab. Dabei geht es nicht selten auf der einen Seite schroff bergauf und auf der anderen Seite - teilweise ohne allzu vertrauenswürdige Absperrung - steil bergab. Man sollte also schwindelfrei sein.
Alternative Anreisemöglichkeiten:
Es ist genauso möglich sich schon am Flughafen auf Teneriffa einen Mietwagen zu holen und mit diesem auf einer der Fähren überzusetzen. Auf der Naivera Armas kostet dies nur etwas mehr. Wir haben davon aber abgesehen, weil wir nicht nach 5 Stunden Flug in einem neuen Auto, in einer fremden Stadt unter Zeitdruck zum Hafen fahren wollten.
Eine ganz andere Variante führt durch die Luft: Man kann nämlich auch zwei Mal am Tag vom Flughafen Teneriffa Nord mit einem Flugzeug nach La Gomera gelangen. Da kostet allerdings ziemlich viel Geld und ist durch den nötigen Flughafenwechsel auch recht unpraktisch.

Die Unterkunft
Wir wollten einen ausgewogenen Mix aus Aktivurlaub und Entspannung, weshalb wir gezielt nach einer Unterkunft mit einem Pool gesucht haben, an dem man auch ein paar gemütliche Stunden verbringen kann. Dabei sind wir an der Casa Balcones hängen geblieben - vermutlich wegen den schicken Fotos vom Pool mit leichtem Infinityeffekt.
Die gesamte Anlage liegt inmitten eines Golfplatzes überhalb von Playa de Santiago. Der ganze Fincakomplex besteht aus dem Haupthaus, an dem auch der Pool liegt und in dem die Besitzer der Anlage wohl gelegentlich Urlaub machen, einer kleinen Casita mit tollem Blick auf die Klippen und der Casa Balcones, die zwei Apartments beherbergt. Dazu gehört ein weitläufiger Garten mit Feigen-, Bananen und Avocadobäumen, an denen man sich nach belieben bedienen darf.
Den Pool dürfen alle Mieter nutzen - wenn es also 'hart auf hart' kommt, muss man sich den Pool mit 6 anderen Menschen teilen, wir hatten den Bereich und den wundervollen Ausblick von dort jedoch meistens für uns. Zum Pool kommt man von der Casa Balcones über einen kleinen Weg an der Klippe entlang, vorbei an Palmen und Kakteen.
Alles in allem kann ich sagen: Wir waren mit der Unterkunft sehr zufrieden und freuen uns schon darauf, bei Gelegenheit zurückzukommen.
Man kann natürlich auch anderweitig - und gerade bei Apartments auch günstiger - auf der Insel unterkommen. Das schöne ist, dass La Gomera noch nicht so touristisch ist, dass es - wie andere Kanareninseln - mit Hotelkomplexen überlagert ist.

Was kann man erleben?
Viel! Je nachdem, was man erleben möchte. Es gibt unzählige Wanderwege auf der Insel, für die mit jeweiligen Zeit- und Schwierigkeitsangaben in allen Ecken der Insel ausgeschildert sind. Mit einer  kostenlosen Karte, die man in den Touristeninformationen auf der Insel bekommen kann, kann man diese Touren ganz entspannt im Voraus planen. Dazu sei gesagt, dass wir - obwohl ich eine sehr unfitte Wandersfrau bin - für die meisten Touren nur etwa die Hälfte der Zeit benötigt haben, die angegeben war.
Wer die Insel vom Wasser aus erleben möchte, kann zum Beispiel eine Whalewatching-Tour buchen. Mein Freund und ich haben eine mit Exkursionen Tina gebucht und hatten einen wundervollen Tag auf dem Wasser, der jedem von uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aber dazu wird es noch einen separaten Post geben.
Wer superfit ist, kann auch mit dem Mountainbike die Berge bezwingen oder wer nach dem Extra an Entspannung sucht, der kann zum Beispiel im Valle Gran Rey an Yogakursen teilnehmen. Ihr merkt schon: Es ist für jeden was dabei!





















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