DIY Hochbeete für den Garten

Bei Großprojekten bin ich ja immer ein kleiner Schisser. Ich plane für eine gefühlte Ewigkeit und traue mich dann nicht loszulegen. Das war beim Sofa so und auch jetzt bei den Hochbeeten.

Aber andererseits ist so ein Großprojekt eben auch eine kleine Investition. Immerhin wollte ich nicht ein kleines Hochbeet in meinen Garten stellen, sondern gleich fünf große Beete. Das sind mal eben 500 Euro für einen Haufen Holz – da will man (bzw. ich) nichts falsch machen.

Aber die Hochbeete mussten nun endlich mal her. Immerhin haben wir für unseren Garten vom Verein die Auflage bekommen 1/3 der Fläche kleingärtnerisch zu nutzen. So steht’s in den Statuten des Vereins. Ein Wert, von dem die Parzelle bisher recht weit entfernt war.

“Mindestens ein Drittel der Fläche der Kleingartenanlage ist dem Anbau von Obst und Gemüse vorbehalten.”

Die Gartenordung der Stadt Kiel

Weil es im Garten aber vor Wühlmäsen und anderem Getier nur so wimmelt, ich aber gern ernten möchte, was in anpflanze, mussten Hochbeete her. Die kann man nämlich ganz einfach vor Wühlmäusen und Co schützen und obendrein sind sie der perfekte Müllschlucker für Grünschnitt und andere, sperrige Gartenabfälle (die verrottbar sind).

Im Prinzip sind die Beete übrigens recht ähnlich aufgebaut, wie das Sofa. Baudielen aus Fichte – diesmal aber ungeschliffen – und als Verbindung in den Ecken und als Stabilisierung Rahmenhölzer.

Insgesamt habe ich so vier Hochbeete, ein Tomatenhaus und ein flaches Beet für Wild- und Sonnenblumen angelegt. Zwei der Hochbeete, sowie das Tomatenhaus haben eine Breite von 100cm und eine Länge von zwei Metern. Das Tomatenhaus bekommt zusätzlich eine Dachkonstruktion. Zwei kleinere Hochbeete habe ich nur 50cm breit, aber ebenfalls zwei Meter lang gebaut und mit Rankhilfen versehen. Das flache Beet ist 150cm Meter mal zwei Meter groß.

Ihr sehr also: man kann mit Größe und Form beliebig spielen. Für ein klassisches Hochbeet empfiehlt sich allerdings eine Höhe von 80cm bis einem Meter und eine Breite zwischen 100 und 120cm. Dazu ist eine Länge von zwei bis 2,5 Metern ideal.

So kann man im Hochbeet auf Augenhöhe mit dem Gemüse rückenfreundlich arbeiten. Am Beispiel von so einem klassischen Hochbeet zeige ich euch jetzt mal, wie das funktioniert.

Ich habe für meine Hochbeete Baudielen aus Fichte mit den Maßen 40x200x3000mm verwendet, die ich mir im Baumarkt entsprechend habe zuschneiden lassen. (in vielen Baumärkten geht das auch vorab auf Bestellung, sodass man das fertig zugeschnittene Holz nur noch abholen muss.) Für ein Hochbeet mit den Maßen 100x200cm und einer Höhe von 80cm braucht ihr an Material:

  • 8x Baudiele 40x200x1000mm
  • 8x Baudiele 40x200x2000mm
  • 6x Kantholz 70x70mm auf je 80cm gekürzt
  • 6x1m Teichfolie
  • Wühlmausgitter 105x205cm
  • rostfreie Tackerklammern
  • 80x rostfreie Schraube 5,0×70 mit Senkkopf

Und folgendes Werkzeug:

  • Akkuschrauber
  • evtl. Bohrer zum Vorbohren
  • Tacker

Und schon kann’s losgehen. Ihr legt euch für die erste Seite des Hochbeets zunächst eine Baudiele mit 2 Metern Länge und drei der Kanthölzer auf ebenem Boden zurecht.

Wichtig hierbei ist, dass das Kantholz und die Baudiele exakt miteinander abschließen und im rechten Winkel zueinander liegen, ansonsten wird das ganze Hochbeet schief. Liegt alles an Ort und Stelle kann die Baudiele auf das Kantholz geschraubt werden.

Nach dem gleichen Prinzip wird dann das zweite Seitenteil vorbereitet. Anschließend werden beide Seitenteile aufgestellt und die kurzen Baudielen werden montiert, sodass ein Rahmen entsteht.

Nach diesem Schritt haben wir das Grundgerüst schonmal dorthin getragen, wo es stehen sollte, weil es in diesem Zustand noch ganz gut zu transportieren ist.

Anschließend haben wir dann nach und nach die übrigen Bretter angebracht. Immer nach und nach, so ordentlich das mit leicht verzogenen Baudielen eben geht.

Nach und nach werden die übrigen Dielen angesetzt.
Wichtig ist, dass sie immer gut mit den Enden abschließen.
Und nicht an einer Seite überstehen.
So entsteht langsam aber sicher euer neues Hochbeet.

Und dann geht’s auch schon an die Teichfolie. Sie soll das Holz vor Kontakt mit der Erde schützen, damit es weniger schnell verwittert und wird von innen an die Wände des Beetes getackert. Sie ersetzt damit Holzschutzmittel, die nicht so gut für den Kontakt mit Erde, in der Gemüse wachsen soll, geeignet sind.

Teichfolie ist natürlich nicht der ökologischste Bestandteil dieses Beetes, aber die Alternativen waren ehrlich gesagt beschränkt. Eine Möglichkeit wäre gewesen, die Beete von Innen auszubrennen, sodass das Holz verkohlt (bei meinem Geschick hatte ich aber Angst, dass ich gleich alles abfackele). Die andere wäre Teichfolie aus Naturkautschuk gewesen – die hätte allerdings das vierfache dessen gekostet, was mich die Teichfolie aus PVC gekostet hat (und auch die war nicht ganz billig). Man kann alternativ auch spezielle Noppenfolien für Hochbeete kaufen, aber die machen nur Sinn, wenn man diese den ganzen Winter über bewirtschaften will (was ich nicht will).

Wie dem auch sei – diese Teichfolie sollte etwas großzügiger zugeschnitten werden, damit ihr sie am späteren Boden des Hochbeetes umschlagen könnt, damit auch unter dem Beet das Holz vor Feuchtigkeit geschützt wird.

Damit der obere Rand etwas schöner aussieht, habe ich die Folie am oberen Rand einmal umgeschlagen, damit die Kante weniger ‘hart’ ist.

Ich muss ja sagen: Am Anfang fand ich dieses getackere ja ganz lustig – nach vier Beeten war das dann doch recht monoton. Tack, tack, tack …

Und damit nicht genug! Denn wenn die Teichfolie erstmal sitzt, wird das Beet auf die Seite gelegt, und die unten überstehende Teichfolie wird über das Holz geschlagen, welches später auf dem Boden aufliegt – und festgetickert. Tack, tack, tack …

Und wer jetzt denkt: Endlich fertig getackert! Nicht so voreilig. Jetzt kommt noch die Wühlmaussperre. Die wird ebenfalls unten gegen das Holz getackert. Tack, tack, tack …

Und weil mich dieses Getacker ein wenig breiig im Kopf gemacht hat, gibt es von diesem Schritt auch leider keine Bilder vom Endzustand. Nur vom Ackern selbst. Tack, tack, tack …

(Das war das erste Beet, da finde ich das Tackern noch total toll!)

So, seid ihr auch so tackermüde wie ich? Schnell weitermachen. Hochbeete in Position bringen (und aus ALLEN Blickwinkeln schauen, dass die Dinger gerade stehen – jetzt ist die letzte Chance die Teile noch zurechtzurücken – ich spreche aus Erfahrung. Meine stehen vom Weg aus gesehen schief).

Und los geht’s mit dem Schichten. Ich erwähnte eingangs, dass die Dinger super Müllschlucker sind. Und ich bleibe dabei. Rein mit dem Grünschnitt. Obstbaumzweige, Heckenschnitt, tote Bäume, tote Sträucher, alles rein da! Aber vorsichtig schichten, damit die Teichfolie nicht leidet.

Anschließend kommt grober Kompost oben druff und dann kommt der feine Kompost. Diese ganze organische Masse, kann dann nach und nach verrotten und euer Gemüse kann von diesem reichhaltigen Boden profitieren.

Jetzt noch voll machen und zack, fertig ist das Hochbeet. Das kann so ungefähr 5-7 Jahre bewirtschaftet werden. Da in der untersten Schicht des Beetes natürlich nach und nach das organische Material verrottet, sackt die Erde mit der Zeit immer weiter ab und sollte durch frischen Kompost wieder aufgefüllt werden.

Im ersten Jahr sollten jetzt so genannte Starkzehrer in die ganz frische Erde gepflanzt werden. Diese sind zum Beispiel Kürbisse, Lauch, Kohl, Kartoffeln, Melonen, Zucchini oder Tomaten. Ich freu mich schon auf’s Pflanzen und ernten!

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