Ein Tag in Kiel

Ich bekomme – gerade jetzt in der Ferienzeit – so oft Nachrichten von euch, was man denn in Kiel anschauen sollte, wenn man dort ist. Und ich antworte jedes Mal einzeln und denke mir, dass ich das eigentlich mal in einem Blogpost herunterschreiben sollte, weil ich immer irgendwas vergesse. Und ta-taaaa hier kommt ein kleiner Kiel-Guide für euch.

Ich bin in einem Dorf hier vor der Stadt aufgewachsen und habe im Prinzip mein ganzes Leben hier in Kiel verbracht. Ich glaube, Kiel ist keine Stadt, in die man sich vom Fleck weg verliebt. Man muss die Stadt entdecken und sich langsam in sie vergucken. Gerade dafür bedarf es manchmal einer kleinen Starthilfe – besonders wenn man am Haupftbahnhof ankommt, in der wenig attraktiven Innenstadt von Kiel steht und sich fragt, was man hier denn jetzt soll?!

Gerade in den letzten Jahren hat sich aber unglaublich viel in der Stadt getan, was Cafés, Läden und Restaurants angeht und ich möchte euch mit diesem Post quasi den Schlüssel in die Hand geben, um eure persönliche Tür zu Kiel zu öffnen.

Daher gibt’s auch keinen klassischen Tagesablauf, sondern ich gebe euch Bausteine, wie ihr euren Tag hier gestalten könntet. Die Liste hat absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird eventuell hier und da auch noch weiter gefüllt. Wenn euer Kiel-Tipp noch fehlt, lasst ihn gern in den Kommentaren da! Viel Spaß in Kiel und habt eine gute Zeit!

Fortbewegung

Kiel hat eine so angenehme Größe, dass man die Stadt leicht zu Fuß erkunden kann. Wer gerne etwas schneller unterwegs sein möchte, kann sich auch gut ein Rad mieten. Das geht seit neuestem ganz einfach mit der Sprottenflotte – einem neuen Bikesharing-System der Stadt. Das beste daran: die Registrierung soll sehr einfach sein und die erste halbe Stunde ist kostenfrei.

Aber nicht nur das Zentrum von Kiel ist schön, gerade die umliegenden Strände und kleinen Häfen sind ein Besuchermagnet und lohnen sich (nicht nur im Sommer!). Der schönste Weg dorthin führt über das Wasser: mit dem Fördedampfer. Der fährt im Sommer regelmäßig vom Hauptbahnhof aus bis nach Laboe und Strande. An Bord gibt’s meistens noch einen kleinen Kiosk für Getränke und Snacks.

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Wer etwas Hafenluft und Strandfeeling haben möchte, steigt am besten in Laboe aus. Wer den Schiffstrip mit einer kleinen Küstenwanderung verbinden möchte, kann auch schon in Mönkeberg aussteigen und bis nach Laboe laufen. Einen schönen Überblick über die einzelnen Haltestellen gibt es hier.

Essen

Apropos Fördedampfer. Wenn ihr euch in Laboe das Fischbrötchen verkniffen habt, solltet ihr auf dem Rückweg dringend an der Reventloubrücke aussteigen und zu MOBY gehen. Dort gibt es neben oberleckeren Fish&Chips auch moderne Fischbrötchen.

Für Burgerfans kann ich wärmstens John’s Burgers empfehlen. John ist ein New Yorker, der eigentlich in Venedig leben und arbeiten wollte. Über Umwege ist er in Kiel gelandet – und das ist auch gut so. Achso, und nebenbei ist John auch noch Meeresbiologe und nimmt Lehraufträge an Universitäten an. Hier weiß man übrigens auch genau wo das Fleisch herkommt und alles wird frisch zubereitet.

Vegane Burger gibt es im Blattgold in Kiel – ich persönlich war hier noch nicht, aber ich hörte, es sei sehr gut!

Wer Bock auf asiatisch hat, der ist im Sidewalk in der Holtenauer Straße bestens aufgehoben. Hier gibt’s leckere Bowls, moderne asiatische Küche und andere Leckereien.

Während ihr in Kiel seid, solltet ihr euer Frühstück oder Spätstück unbedingt einmal im Bakeliet oder im Resonanz verspeisen. Beide Läden stammen aus der gleichen Feder und verfolgen ähnliche Konzepte: regionale Zutaten, viel selbstgemachtes und guter Kaffee. Im Resonanz gibt es von verschiedenen Ländern inspririerte Frühstücke (ich empfehle das syrische Frühstück mit Hummus und Kichererbsen!), im Bakeliet sind die Frühstücke nach Vögeln benannt und ebenfalls unglaublich lecker (hier habe ich bisher keinen klaren Favoriten, weil alle sehr sehr lecker sind.). Wenn man sichergehen möchte, dass man einen Platz bekommt, sollte man reservieren.

Kaffee & Kuchen

Auch hierfür kann man die beiden letztgenannten Lokalitäten sehr empfehlen. Aber es gibt noch weit mehr guten Kaffee in Kiel.

Zum Beispiel im Café Hilda, wo es – meiner Meinung nach – den besten Flat-White der Stadt gibt. Und der Käsekuchen ist ebenfalls zum Niederknien. Der Kaffee wird übrigens seit einigen Monaten selbst im dazugehörigen Kopiton geröstet und kann auch für Daheim mitgenommen werden.

Apropos selbstgeröstet: Café-Fans sollten auf jeden Fall dem Loppokaffee einen Besuch abstatten. Das geht sowohl in ihrem festen Café im Grasweg (und bald auch bei mir gegenüber im Jungfernstieg – juchhu!), als auch an ihrem Kaffee-Rad, mit dem sie auf den Kieler Wochenmärkten stehen (Montags und Donnerstags auf dem Blücherplatz und Mittwochs und Samstags auf dem Exerzierplatz – jeweils von morgens früh bis 13:00 – eigenen Becher mitbringen nicht vergessen!).

Wer gern etwas französischen Charme mag, der sollte dringend bei Philine vorbeischauen. Entweder ebenfalls auf dem Wochenmarkt (Montags und Donnerstags steht sie mit ihrer Estafette auf dem Blücherplatz) oder im Café an der Holtenauer Straße.

Etwas weiter draußen und nicht ganz so schick (aber gut mit einer Radtour zu erreichen) liegt dann noch der Wohnmobilstellplatz Förde- und Kanalblick. Der Name sagt’s im Prinzip schon. Mit ‘nem Pott Kaffee oder einer Portion Pommes sitzt man hier in erster Reihe zum Kanal und kann entspannt auf die Förde blicken.

Was trinken gehen

In Kiel trinkt man am besten Kieler Bier. Und dieses Kieler Bier, das trinkt man am allerbesten dort, wo es auch gemacht wird, nämlich in der Brauerei. Das geht hier nämlich seit letztem Jahr in der Lille-Brauerei im Eichkamp (Donnerstag-Samstag ab 17:00). Biergarten und Schankraum sind wunderschön geworden und man kann sich durch die lokalen Biere probieren oder einen leckeren Apfelsaft trinken. Dazu gibt’s wechselnde Snacks aus unterschiedlichen Foodtrucks. Dazu ‘ne Runde Sackloch und der Abend ist geritzt!

Wer Bock auf Cocktails hat, den verschlägt es am besten in den Moralist oder an die Amazing Bar in der Villa.

Oder wenn das Wetter dazu einlädt schnappt man sich einfach ein Bier aus dem Supermarkt und setzt sich an die Förde.

Schöne Orte in Kiel

Wer nach Kiel kommt, der will meistens das Meer sehen. So richtig Meer haben wir hier zwar nicht, aber die Förde ist immerhin ein Anfang. Vom Kreuzfahrer-Terminal am Schlossgarten erstreckt sich die Kiellinie bis in die Wik zum Marinehafen. Hier kann man entspannt längsschlendern und auf’s Wasser schauen, die Schiffe ansehen und die Möwen kreischen hören.

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Feierabend, Wochenende, Kurzurlaub, yeah!

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Schräg über MOBY, die ebenfalls an der Kiellinie sind, ist der alte Botanische Garten der Stadt. Früher einer meiner absoluten Lieblingsorte. Ganz romantisch ist die kleine Kuppel am höchsten Punkt, von der aus man einen tollen Blick über Kiel hat.

Kurz vor dem Ende der Kiellinie beginnt das Düsternbrooker Gehölz, das in die Forstbaumschule übergeht. Hier kann man einen kleinen Waldspaziergang in den Fördeweg einbauen.

Ein Stückchen hinter dem Marinehafen am Ende der Kiellinie liegt der Anscharpark. Hier kann man total schön längslaufen und die alten Gebäude ansehen. Hier gibt es auch viele Ateliers.

Ist man schonmal in der Wik, sollte man bis zum Nord-Ostsee-Kanal laufen oder fahren. Hier fährt nämlich die kleinste Fähre Kiels über den Nord-Ostsee-Kanal. Die Benutzung ist kostenfrei (auch für Fahrräder) und die Fähre fährt im Sommer den ganzen Tag hin und her. Mit ihr kommt man in den Stadtteil Holtenau, wo man am Thiessenkai einen Kaffee trinken oder etwas kleines essen kann. In der Seebadeanstalt um die Ecke kann man auch noch schnell ins Wasser hüpfen.

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Wer etwas mehr im Zentrum bleiben möchte, kann gut einmal durch den Schrevenpark bummeln und die schönen Altbauten drumherum bestaunen.

Kleine Läden, die sich lohnen!

Wer im Urlaub eine Runde shoppen gehen möchte, dem lege ich die folgenden Läden ans Herz. Sie sind alle Inhabergeführt und haben zum Teil handgemachte Produkte im Angebot.

Ich persönlich kaufe mir ja in jedem Urlaub einen Kaffeebecher in einer Manufaktur. Wer das auch gern mag, der findet schöne Becher bei Dani von Abendroth Porzellan, wo ihr ihr auch direkt bei der Arbeit über die Schultern schauen könnt. Hier könnt ihr schonmal einen ersten Eindruck gewinnen.

Direkt nebenan finden sich zwei wunderbare Einrichtungsläden. Room und Stattfein.

Bei Room gibt es schönes skandinavisches Design – unter anderem von HAY und die schönste Auswahl an Lampen in ganz Kiel.

Bei Stattfein gibt es liebevoll von Hand aufgearbeitete Möbel. Ich könnte hier wirklich ständig einkaufen und müsste dann wohl anbauen.

Wer faire Mode shoppen möchte oder für die kalte Brise hier oben ein leichtes Musselin-Halstuch braucht, der sollte schnurstracks zu Frau Beta in die Wilhelminenstraße gehen.

Für Craftbeer-Fans gibt’s im Jungfernstieg den Laden Brewcomer. Neben regionalen Craftbeeren aus Schleswig-Holstein gibt’s auch internationale Braukunst zu kaufen. Mein Freund und ich sind Stammkunden.

Veganer dürfte der neue Kieler Veganmarkt freuen. Der ist ebenfalls im Jungfernstieg an der Kreuzung zur Sternstraße und hat ein reichliches Angebot an veganen Produkten. Gegenüber ist übrigens auch noch der schönste Blumenladen Kiels – Blütenwerke.

Und wer im Urlaub gern unverpackt einkaufen möchte, der wird sich über den Unverpackt-Laden am Exerzierplatz freuen. Dort gibt’s alles, was das Herz begehrt. Alles andere an frischen Zutaten bekommt man obendrein jeden Mittwoch und Samstag auf dem Wochenmarkt nebenan.

Schöne Strände

Im Sommer lohnt sich natürlich auch ein Ausflug zum Strand. Mit dem Schiff erreicht ihr am schnellsten den Falkensteiner Strand und den Strand von Laboe (Kurtaxenpflichtig!).

Meine Lieblingsstrände erreicht man allerdings am besten mit dem Auto. Gerade im Sommer ist es in Schwedeneck sehr schön, wer auch bereit ist etwas weiter zu fahren, der sollte unbedingt Brasilien und Kalifornien einen Besuch abstatten – das sind Strandabschnitte am äußersten Rand der Kieler Förde. Hier gibt’s feinsten Sandstrand und klares Wasser.

Und auch ein absoluter Lieblingsort von mir: der Strand in Stein, direkt beim Tatort Hawaii. Dort kann man von einer kleinen Seebrücke ins Wasser springen und im Sommer finden hier Abends Konzerte hinter’m Deich statt.

Übernachten in Kiel?!

… äh, ja. Gute Frage! Habt ihr Tipps?

Es werden hier gerade massenweise Hotels gebaut, aber für die Unterbringung von Freunden und Verwandten habe ich noch nicht die perfekte Unterkunft gefunden.

Habt ihr sonst noch Kiel-Tipps, die fehlen?

Lasst sie gern in den Kommentaren da! 🙂


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5 thoughts on “Ein Tag in Kiel”

  1. Tolle Zusammenstellung, das sind wirklich die schönsten Ecken in Kiel!.. Noch zwei weitere Cafés sind toll: das Mmhio im Knooper Weg mit seinem Industriecharme inklusive Mittagstisch und der wild-kreative Hinterhofgarten vom Café Fresco in der Möllingstraße. Und das Subrosa in Gaarden für ein nettes Bier und super leckeres vegetarisch/veganes Essen. Grüße aus der Nachbarschaft 🤓

  2. Hallo Johanna! Ich bin ja zu jeder Tageszeit ein großer Fan des Brunswik in der Brunswiker Straße, leckeres Frühstück, leckeres Essen, leckerer Wein. Freunde von uns sagen, sie hätten schlechte Erfahrungen mit dem Service dort gemacht, ich noch nie. Und beim Shopping darf “Raumzutat – Kaufhaus des Handgemachten” am Kleinen Kuhberg nicht fehlen und ganz grundsätzlich würde ich auch die Holtenauer empfehlen – am besten ein Bummel vom Brunswik bis zum Blattgold😉.
    Und wenn man in der Wik ist, um die kleine Fähre über den Kanal zu nehmen (was mit dem Fahrrad bei schönem Wetter eine echte Geduldsprobe bedeutet!), kann man auch noch im Anscharpark bei “Tante Suse” vorbeigucken und am Wochenende im “Cafè Dreimaster”.
    Liebe Grüße Svenja

  3. Das Blattgold ist prima, abends gern ins Medea in der Holtenauer (georgisch) oder zu James and the Cook. Das Restez ist die beste Bäckerei für Croissants. Spaziergang an der Steilküste in Stohl und Erdbeerkuchen am Kanal in Warleberg.
    Freunde von mir waren im Gasthaus Bünger in Strande und sehr zufrieden

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