Projekt Schrebergarten – Folge 4 | Ein Garten für Mensch und Tier + Upcycling DIY.

[enthält Werbung] Als wir den Garten übernommen haben war mir klar, dass dieses kleine Stückchen Grün nicht nur ein Rückzugsort für mich und den, damals noch nur in der Planung existierenden, Hund sein soll, sondern auch ein Wohlfühlparadies für Insekten. Deswegen war auch klar, dass ich bei den Blühpflanzen ganz besonders darauf achten möchte, dass diese bienenfreundlich sind. Bei der Auswahl hat mich mein Partner “Blumen – 1000 gute Gründe” unterstützt, damit ein summendes Blütenmeer entsteht.

In Folge 1 hatte ich euch ja schon erzählt, was ich so alles für meinen Garten und den Balkon vorziehen möchte. Vorweg sei gesagt: ich glaube, ich bin nicht Team “Vorziehen“, sondern eher Team “Ich werf das mal ins Beet und gucke, was passiert“. Denn nur ein paar meiner Vorzieh-Versuche sind auch wirklich etwas geworden – ich würde allerdings darauf tippen, dass es nicht die Schuld der Pflanzen war, sondern meine mangelhafte Pflege. Frei nach dem Motto “Nur die Harten komm’ in Garten” haben es lediglich die Calendula, ein paar Löwenmäulchen und die Sonnenblumen in den Garten geschafft.

Zwischen der vorgezogenen Calendula beginnt gerade eine Wildblumenmischung mit Phacelia und Kornblumen zu blühen.
In ein paar Wochen werden auch die Sonnenblumen soweit sein ihre Blüten zu öffnen.

Das hat aber nicht zur Folge, dass mein Garten nun eine blumenlose Wüste ist. Schließlich hat meine Ins-Beet-werf-Taktik auch ihre Blüten getragen und von unserer Verpächterin haben wir obendrein noch ein paar schöne Stauden übernommen, die sehr insektenfreundlich sind.

Damit freut sich nicht nur Elli über unseren Garten, sondern auch die geflügelten Besucher.

Insektenfreundliche Pflanzen für Biene und Co.

Aber was genau ist eigentlich eine insektenfreundliche Pflanze? Eine Pflanze ist dann gut für Bienen und andere Insekten, wenn sie möglichst viele Pollen oder Nektar für die Tiere liefern kann. Der Nektar dient dabei der Ernährung der Insekten, die Pollen wiederum sind gerade für die Bienen ein wichtiges Futter für ihre Nachkommen.

Und dieses Futter ist unglaublich wichtig – nicht nur für die Honigbiene, sondern auch für ihre wilden Verwandten. Insgesamt gibt es hierzulande nämlich circa 560 Wildbienenarten, von denen rund die Hälfte bedroht sind. Hinzukommen andere Insekten, wie Hummeln, Hornissen, Wespen und Schmetterlinge.

Nur weil eine Pflanze blüht, ist sie nicht gleich insektenfreundlich.

Pflanze ist nicht gleich Pflanze

Aber nicht jede Pflanze bietet den Insekten gleichermaßen Nektar oder Pollen. Einige Pflanzen haben viele Pollen, andere viel Nektar. Ganz andere können unseren heimischen Insekten gar nichts bieten, beispielsweise weil bei stark gezüchteten Pflanzen Blüten inzwischen so üppig sind, dass diese den Insekten den Zugang zu Pollen und/oder Nektar versperren. Eine gute Übersicht über insektenfreundliche Pflanzen gibt es auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Wie ihr das ganze Jahr für gutes Bienenfutter sorgt, lest ihr demnächst in meinem Schrebergarten-Tipp auf der Website von 1000 gute Gründe!

Bei mir im Garten blühen aktuell viele Wildblumen in den Hochbeeten die ich dort eher als Trennstreifen zwischen den einzelnen Gemüsesorten sähen wollte. Inzwischen sind diese aber etwas explodiert, sodass wenig Platz für Anbauflächen übrig ist. Aber da sie so schön blühen, dürfen sie erstmal noch stehen blieben.

In den Hochbeeten sehen aktuell neben Kornblumen noch Kapuzinerkresse und Phacelia.
Zwischen den Blüten ist es ein einziges Gesumme.

Währenddessen blühen bei uns im Garten auch zahlreiche Stauden, wie der rosa Beinwell oder verschiedene Storchschnäbel, die bei den Insekten ebenfalls gut ankommen.

Storchenschnabel ist nahezu unverwüstlich und blüht in vielen unterschiedlichen Farben.
Die Blüten des Beinwell sind bei Insekten sehr beliebt.

Damit die Insekten auch den Rest des Sommers nicht leer ausgehen, habe ich bereits vorgesorgt. Nicht nur die Sonnenblumen werden in den nächsten Monaten noch ihre Blüten öffnen, auch die Astern, Flochs und Topinambur stehen schon in den Startlöchern.

Dazu habe ich zeitlich versetzt zur ersten Wildblumenwiese auch noch etwas an anderen Stellen im Garten nachgesäht.

Und was kann man sonst noch so tun?

Insekten freuen sich auch über die ein oder andere etwas wildere Ecke im Garten. Zwar sieht ein frisch gemähter Rasen immer toll aus, für die Artenvielfalt tut dieser aber nicht besonders viel. Ein guter Mix aus beidem macht nicht nur den Gärtner, sondern auch die Umwelt glücklich!

Auch Totholzhecken sind für die Artenvielfalt sehr gut. Denn Totholz ist zwar totes Holz, in ihm spielt sich aber viel Leben ab.

Insekten ein Heim bieten

Besonders Wildbienen freuen sich, wenn man Ihnen ein Heim bereitstellt. Solche Bienenhotels kann man fertig kaufen, allerdings sollte man dann darauf achten, dass die einzelnen Löcher für die Bienen einen glatten Rand haben. An ausgefransten Bohrlöchern können sich die Bienen ihre Flügel verletzen, was für sie oft tödlich endet.

Bei diesem Modell sollte man die Löcher noch einmal flügelfreundlicher machen, dennoch sind einige Löcher bewohnt.

Aber man muss so ein Insektenhotel gar nicht unbedingt kaufen, sondern kann es ganz einfach aus Resten selber machen. Ich hatte auf dem Balkon noch ein paar alte Bambusstangen und von der Hühnersuppe für den kranken Freund war noch eine Konservendose übrig. Ansonsten braucht es nur noch eine scharfe Rosenschere oder Metallsäge, etwas Band und einen Holzbohrer (es geht auch ein Bohrmaschinenaufsatz).

Zunächst werden die Bambusstöckchen auf die Länge der Dose gestutzt. Wird hierfür die Rosenschere genutzt, sollte das vorsichtig gemacht werden. Ich habe mit leichtem Druck die Schnittstelle eingedrückt und dann vorsichtig geschnitten. So splittert der Bambus nicht und ist für das Insektenhotel nutzbar.

Statt Bambus kann man auch trockene Pflanzenstängel nehmen, die in der Mitte hohl sind. Was sich nicht eignet sind die Stängel vom Elefantengras, da es zu schnell splittert.

Dann höhlt man die Bambusstöcke mit dem Holzbohrer in der Mitte aus und glättet – wenn nötig – das Eingangsloch, sodass keine Splitter überstehen. Und macht ein Loch in den Boden der Dose, durch das man den Bindfaden hindurchführt.

Da ich nicht genügend Bambus hatte, habe ich einfach noch etwas Totholz mit in die Konservendose gelegt, in das ich bald noch ein paar Löcher bohren werde.

Aufgehängt wird das kleine Hotel dann am besten an einem sonnigen Ort.

Und apropos Sonne:

Auch Insekten sind durstig!

Daher stellt ihnen gern auch etwas zu trinken bereit. Am besten nehmt ihr dafür eine flache Schale, in die ihr einige Tonscherben oder Steine legt. So können die Insekten einfacher am Wasser landen und laufen weniger Gefahr zu ertrinken.

Als Dankeschön werden euch die Bienen und Insekten alle eure Blumen, Früchte und das Gemüse bestäuben. Denn ohne Insekten keine Ernte!

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