Projekt Schrebergarten – Folge 6 | Spontanvegetation

[Werbung] Auch diese Folge von “Projekt Schrebergarten” ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Blumen – 1000 gute Gründe entstanden, die dafür gesorgt haben, dass zwischen meiner Spontanvegetation auch noch etwas vernünftiges blüht!

… wie zum Beispiel Rittersporn, Echinacea und russischer Salbei.

Als ich mich das erste Mal auf Instagram über gewisse Gewächse in meinem Garten ausgelassen habe, da bekam ich den Kommentar “Es gibt kein Unkraut, das sind alles Wildkräuter!“.

Eine Woche später erinnerte ich mich an genau diesen Kommentar, als ich auf dem Wochenmarkt stand und mir etwas Wildkräutersalat vom Biobauern einpacken ließ.

Bei näherer Betrachtung in der heimischen Küche stellte ich fest, dass in meinem Salat tatsächlich recht viele Pflanzen waren, die bei mir im Garten auf dem Kompost landen. Bei der Verkostung musste ich allerdings auch feststellen, dass – wenn es nach meinen Geschmacksknospen geht – Giersch, Löwenzahn und Co. auch weiterhin gern auf dem Kompost, statt auf meinem Teller, landen dürfen.

Abgesehen davon: selbst wenn ich das Zeug mögen würde, ich wäre wohl ab März Selbstversorger und könnte erst im November wieder andere Dinge essen, als Giersch, Schachtelhalm (der übrigens in Japan eine Delikatesse ist) und Co. Das Zeug ist überall. Ü b e r a l l. Und auch wenn ich allen Giersch und Löwenzahn aufknabbern würde, dann wäre da schlussendlich immer noch die Ackerwinde, die alles erwürgt, was sich im Garten rumtreibt.

Aber was tun gegen diese ganzen kleinen Wunder der Natur? Meine erste Google-Recherche zum Hauptgegner Schachtelhalm war eher ernüchternd. Schachtelhalm gibt es seit Urzeiten und das nicht ohne Grund: er ist sehr genügsam und breitet sich nicht nur über meterlange Wurzeln aus (welche auch locker nicht unterkellerte Häuser unterwandern können), sondern auch noch durch Sporen. Man sollte am besten den kompletten Boden austauschen lassen. Puh!

Aber Schachtelhalm wächst immerhin nicht überall, sondern hat auch Orte, wo er sich besonders wohlfühlt. Dieses Wohlfühlklima gilt es zu vernichten, dann geht der Halm hoffentlich von allein. Denn Schachtelhalm ist eine Zeigerpflanze: wo er wächst, ist der Boden oft stark verdichtet und es gibt Staunässe. Also: Boden lockern! Einerseits mechanisch, aber auch über Gründünnungen, die mit ihren Wurzeln den Boden auflockern – beispielsweise Lupinen, die ich im kommenden Jahr vielerorts einsähen werde.

Dazu kommt: Schachtelhalm liebt saure Böden. Mit einem Teststreifen kann man herausfinden, wie sauer das Substrat ist und ggf. mit Kalk gegensteuern.

Weniger wählerisch, was den Standort angeht, sind Giersch und Ackerwinde, die sich aber ebenfalls sowohl über ihr Wurzelsystem, als auch oberirdisch über die Blüten vermehren. Das fiese dabei ist: zerhackt oder zerteilt man die Wurzeln beim Umgraben, können auch aus den kleinsten Wurzelstückchen noch neue Pflanzen wachsen – und bei manch einer dieser Pflanzen reichen die Wurzeln bis zu zwei Meter tief in den Boden. Das ist auch der Grund, weshalb chemische Pflanzenschutzmittel oft nur kurzfristig helfen: der Kern des Problems liegt einfach zu weit unter der Oberfläche.

Was hilft also? Kurz gesagt: den längeren Atem zu haben und die oberflächennahen Wurzeln so gut es geht im Stück herausziehen. Das geht am besten, indem man den Boden mit einer Forke etwas auflockert und dann behutsam durchgeht. Einfaches abrupfen an der Oberfläche hat nämlich nur den Effekt, dass die Pflanze binnen kürzester Zeit nachwächst. Und was ihr auch unbedingt beachten solltet, das lest ihr in meinem Tipp für 1000 gute Gründe.

Und man kann auch ein wenig mit Pflanzen gegensteuern. Wo ein dichter Pflanzenteppich wächst, da kommt auch weniger Unkraut durch. Deswegen setze ich in meinem Staudenbeet auch auf zuverlässige Bodendecker, wie das spanische Gänseblümchen und Pfennigkraut. Kombiniert habe ich diese mit einer Pflanze, die bei mir im Garten auch schon an anderer Stelle wenig Unkraut durchkommen lässt: Lavendel.

Und weil es schließlich nicht nur darum geht, dass hier kein einige Pflanzen nicht wachsen sollen, habe ich mein Staudenbeet um eine schöne Rose ergänzt, die eine andere Rose an diesem Standort ersetzt.

Ich habe mich hierbei bewusst für eine mit offener Blüte entschieden. Einerseits ist das besser für die Insekten, andererseits erinnern mich Rosen, wie diese, immer an die Heckenrosen auf Sylt, wo ich einen großen Teil meiner Kindheit verbracht habe.

Und dazu dürfen für mich in keinem Staudenbeet Echinaceen fehlen. Ich finde sie schreien einfach “Spätsommer!” und sind im Garten ein schöner Übergang vom Sommer zum Herbst.

… apropos Herbst. Momentan wird es hier gefühlt täglich herbstlicher und im nächsten Schritt werde ich meinen Garten so langsam Herbst- und Winterfest machen.

Bei Instagram habe ich euch nach diesem Post gefragt, was ihr gegen Schachtelhalm und Co tut. Eure Antworten haben mich zum Teil sehr zum Lachen gebracht. Insbesondere die Antworte “Weinen.” und “Da hilft nur umziehen.”.

Aber es gab auch hoffnungsvollere Tipps, die ich jetzt mit euch teilen möchte:

  • man sollte Giersch und Schachtelhalm essen und trinken – der Tee aus Schachtelhalm soll z.B. bei Blasenentzündung helfen. Wer sich also einen Tee aufbrühen möchte: Schachtelhalm zu verschenken!
  • Und sowieso: ausreißen, immer wieder ausreißen!
  • Die Wurzeln möglichst immer im ganzen Entfernen, weil aus dem kleinsten Stückchen eine neue Pflanze wachsen kann.
  • Eine Abonnentin hat sogar Run 40cm tief alles ausgehoben und jedes noch so kleinen Würzelchen entfernt.
  • Boden auflockern, z.B. indem man Humus unterhebt oder aber Kartoffeln pflanzt. Diese lockern nicht nur den Boden, sondern sollen dem Unkraut auch die Nährstoffe streitig machen.
  • Bodendecker, wie z.B. Storchenschnabel pflanzen.
  • Und der Tipp, der sich für Giersch immer wieder wiederholte: Essen. Als Pesto, als Kräuterbutter, als Salat. Vielleicht muss ich dem nächstes Jahr nochmal eine Chance geben. Ansonsten ist das Grünzeug wohl auch der Renner bei Kaninchen und Meerschweinchen.

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